Geplanter Windpark in Süderau: Das fordert die neue Bürgerinitiative – das sagen die Projektträger

  • 02-05-2026

zur Grafik: Süderau, gezeigt mit den Wind Potentialflächen in der Umgebung (lila) und einem Abstand mit 1500m im Durchmesser

In Süderau hat sich eine neue Bürgerinitiative gegründet, die einen größeren Abstand zwischen geplanten Windkraftanlagen und Wohnhäusern fordert. Vorsitzender der Initiative ist der 74-jährige Frank Riese. Bereits mehr als 40 Einwohner sind Mitglied. Ziel der BI ist ein Mindestabstand von 1500 Metern zur Wohnbebauung.

Anlass ist der geplante Bau weiterer Windräder im Gebiet zwischen Süderauerdorfstraße und der Landesstraße 100. Nach Angaben der Initiative sollen die Anlagen teils nur 800 Meter von Häusern entfernt stehen. Dieser Abstand entspricht zwar den geltenden Regeln in Schleswig-Holstein, die BI hält ihn jedoch für zu gering. Die Mitglieder betonen dabei, dass sie Windkraft grundsätzlich unterstützen und die Technologie als sinnvolle Form der Energiegewinnung ansehen.

Besonders kritisch sieht die Initiative die Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des Dorfes. Laut Frank Riese würden neue Baugebiete bei einem Abstand von nur 800 Metern praktisch unmöglich werden. Gerade zusätzlicher Wohnraum für junge Familien sei jedoch wichtig für die Gemeinde. Außerdem befürchten viele Bewohner stärkere Belastungen durch Lärm, Schattenwurf und Eingriffe ins Landschaftsbild sowie mögliche Wertverluste ihrer Häuser.

Unklar ist laut BI bislang, wer genau hinter dem geplanten Windpark steht. Bekannt sei nur, dass Flächen bereits verpachtet worden seien und die Gemeindevertretung 2025 grundsätzlich den Bau neuer Anlagen erlaubt habe. Die Bürger seien nach Ansicht der Initiative jedoch erst spät informiert worden.

Die Projektträger erklären dagegen, dass sich das Vorhaben noch in der Planungsphase befinde. Nach ihren Angaben soll ein Mindestabstand von 1000 Metern zur östlichen Ortsgrenze eingehalten werden – als Reaktion auf Forderungen der Gemeinde. Außerdem sei geplant, die Bürger finanziell am Windpark zu beteiligen und sie im Laufe des Jahres 2026 ausführlicher zu informieren. Die Bürgerinitiative kündigt dennoch an, ihre Forderungen bei Behörden vorzubringen und notfalls auch zu klagen.

Zusammenfassung des Artikels von Anna Krohn, erschienen am 02. Mai 2026 in der Glückstädter Fortuna

Der Originalartikel ist zu finden unter:

https://www.shz.de/lokales/itzehoe/artikel/neuer-windpark-suederau-das-will-die-buergerinitiative-das-die-investoren-50510903